Was ist der Unterschied zwischen Gicht und Rheuma?

Sowohl Gicht als auch Rheuma sind häufig vorkommende Erkrankungen. Die meisten kennen jemanden, der von der einen oder der anderen Krankheit betroffen ist. Vielleicht ist man selbst entweder von Gicht oder Rheuma betroffen. Viele Fragen sich: Was ist der Unterschied zwischen Gicht und Rheuma? Die Frage nach den Unterschieden zwischen beiden Erkrankungen wird deswegen gestellt, weil die beiden Krankheiten auf den ersten Blick die gleichen Symptome haben. Diese Frage wollen wir Ihnen hier konkret beantworten.

Gicht und Rheuma: Was haben beide Erkrankungen gemeinsam?

Sowohl bei der Gicht als auch beim Rheuma handelt es sich zunächst einmal um chronische entzündliche Erkrankungen. Beide Krankheiten zeigen sich die Entzündungen an den Gelenken. Diese Entzündungen sind chronisch, das bedeutet, dass sie ohne Maßnahme nicht von alleine abheilen, sondern sich vielmehr verschlimmern können. Beide Erkrankungen sind entsprechend therapiebedürftig und gehören in die Hände eines erfahrenen Arztes.

Weitere Gemeinsamkeiten der beiden Erkrankungen

Für beide Erkrankungen gibt es Hinweise, dass sie zumindest teilweise auf den Lebensstil und bestimmte Lebensgewohnheiten zurückzuführen sind. Zusätzlich gibt es sowohl bei der Gicht als auch beim Rheuma die Vermutung, dass man auch ein genetisches Risiko haben kann. Kam die Erkrankung bei einem Verwanden bereits vor, hat man selbst unter Umständen ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Beide Krankheiten lassen sich Medikamentös behandeln und erfordern eine ständige Kontrolle des Krankheitsverlaufes.

Was passiert bei Gicht?

Die Gicht ist als Stoffwechselerkrankung zu bezeichnen. Speziell spielt hier die sogenannte Harnsäure eine Rolle. Diese ist ein Stoffwechselprodukt. Harnsäure fällt als Abbauprodukt von vielen Lebensmitteln an. Besonders Eiweiß ist hier eine sehr wichtige Quelle aber auch Alkohol trägt dazu bei. Der Körper kann die Harnsäure in geringen Mengen über die Nieren ausscheiden.

Wie kommt es zum Gichtanfall?

Entsteht aber zu viel Harnsäure im Körper kommt die Niere mit dem Ausscheiden nicht hinterher. Harnsäure sammelt sich im Blut an und kann sich in Form von Uratkristallen in den Gelenken ablagern. Diese Ablagerungen lösen daraufhin sehr starke Entzündungen aus und diese wiederum können das betroffene Gelenk beschädigen. Auch Organe, insbesondere die Niere, können von diesen Entzündungen betroffen sein und Schaden nehmen. Die Entzündung geht mit starken Schmerzen einher. Man spricht von einem akuten Gichtanfall.

Wie wird Gicht im Unterschied zu Rheuma behandelt?

Im akuten Anfall muss bei der Gicht sowohl der Schmerz als auch die starken Entzündungen bekämpft werden. Ist der akute Anfall vorbei muss dauerhaft an den zu hohen Harnsäurewerten gearbeitet werden. Hier kommen Arzneimittel zum Einsatz, die sowohl die Ausscheidung der Harnsäure erhöhen als auch die Bildung der Harnsäure im Körper verringern. Durch die konsequente Verringerung der Harnsäurewerte im Blut lässt sich in vielen Fällen ein erneuter Gichtanfall verhindern. Außerdem lassen sich langfristige Schäden von Gelenken und Organen abwenden.

Was passiert bei Rheuma?

Rheuma wird fachlich korrekt als rheumatoide Arthritis bezeichnet. Im Gegensatz zur Gicht wird Rheuma als Autoimmunerkrankung gesehen. Dies bedeutet, dass sich bei Rheumapatienten der Körper selbst angreift. Das Immunsystem erkennt fälschlicher Weise bestimmte Strukturen in unseren Gelenken als Fremd an. Darauf folgt eine chronische Entzündung die auf Dauer und unbehandelt die Gelenkstrukturen irreversibel zerstört.

Wie wird Rheuma im Unterschied zur Gicht behandelt?

Auch beim Rheuma steht zunächst die Behandlung der Schmerzen und der Entzündung im Vordergrund. Daneben greift man gezielt in die Abläufe des Immunsystems ein. Man will die Vorgänge blockieren, die zu dem Angriff der eigenen Abwehrzellen gegen die Gelenke unseres Körpers führen. Blockiert man zum Beispiel die Substanz TNF-alpha, kann man die Immunzellen an ihrem Angriff hindern und das Fortschreiten des Rheumas verlangsamen.

Fazit

Trotz vieler Ähnlichkeiten gibt es großen Unterschied zwischen Gicht und Rheuma. Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, deren Behandlung auf die Kontrolle der Harnsäure im Blut abzielt. Rheuma ist dagegen eine Autoimmunerkrankung. Deren Behandlung erfolgt über den Stopp der Entzündung durch die Blockade bestimmter körpereigener Immunzellen.